3 Super-Routinen für Lerngestalter:innen im Jahr 2026
2026 verlangt von Bildungsakteur:innen viel: Anpassungsfähigkeit, Haltung, Gestaltungskraft. Und gleichzeitig verlieren wir uns schnell im Reagieren, im Optimieren, im Funktionieren. Dieser Beitrag lädt dich ein, dir selbst drei Routinen zu schenken, als Anker für das, was dich im Kern ausmacht: deine Gestaltungskraft.
Routine 1: "Guten Morgen, Gestalter:in"
Kreativität braucht Raum und Sichtbarkeit. Gerade wenn der Kalender voll ist, geht sie schnell unter. Umso wichtiger, dass du deinem kreativen Ich täglich einen Platz gibst.
Vielleicht hilft dir ein inspirierendes Objekt auf dem Schreibtisch: eine Postkarte, ein Symbol, ein Zitat. Vielleicht ein Skizzenbuch, in das du morgens ganz intuitiv etwas kritzelst. Es geht nicht ums Ergebnis, sondern um die Haltung: Du bist mehr als deine Aufgabenliste.
Praxis-Tipp: Wähle einen Gegenstand, der dich täglich daran erinnert, dass du Gestalter:in bist, nicht nur von Lernprozessen, sondern auch deiner eigenen beruflichen Haltung. Diese kleine Erinnerung lässt sich auch ganz leicht in bestehende Routinen einbauen: zum Beispiel beim Frühstück oder auf dem Weg zur Arbeit. So musst du keine komplett neue Gewohnheit etablieren.
Routine 2: 3-Ideen-Regel
Wenn wir etwas Neues entwickeln, neigen wir dazu, möglichst schnell eine „gute“ Lösung zu finden. Doch echte Gestaltungskraft entsteht oft in der Vielfalt, nicht im ersten Entwurf.
Mach es dir zur Gewohnheit, drei unterschiedliche Ideen zu entwickeln, bevor du dich entscheidest. Für einen Workshop. Für ein neues Lernformat. Für eine Präsentation. Es geht nicht darum, mehr zu tun, sondern die Gedanken zu weiten.
Praxis-Tipp: Begrenze dir bewusst die Zeit, zum Beispiel 7 Minuten pro Idee. Nenne das Ergebnis „Prototyp“ und nutze es, um frühzeitig Feedback einzuholen. Gewöhne dir an, interativ an Ideen zu arbeiten und nicht nach der perfekten Lösung (die es eh nicht gibt) zu suchen.
Routine 3: Der "Anders-Tag"
Gewohnheiten geben Halt, aber sie begrenzen auch. Deshalb: Gönn dir einmal im Monat einen „Anders-Tag“. Einen Tag, an dem du bewusst mit Routinen brichst.
Vielleicht startest du ein Meeting anders als sonst. Gestaltest einen Workshop ungewöhnlich. Oder arbeitest an einem anderen Ort. Das Ergebnis: Neue Perspektiven, frische Impulse und oft auch mehr Leichtigkeit.
Praxis-Tipp: Plane deinen „Anders-Tag“ fest im Kalender ein. Und teile mit anderen, was du ausprobiert hast. Vielleicht wird daraus ja eine kleine Bewegung (oh, das wäre super…).
Fazit
Diese drei Routinen verstehen sich als Einladung. Sie helfen dir, als Lerngestalter:in nicht nur zu reagieren, sondern wieder zu spielen, zu forschen, zu gestalten. Es braucht keine riesigen Veränderungen, sondern kleine bewusste Akte der Selbstwirksamkeit.
Trotzdem gilt: Diese Routinen sind keine Garantie dafür, dass die Kreativität immer sprudelt. Sie sind eher ein Türöffner, ein Einstieg ins kreative Denken. Und wenn es mal nicht klappt? Auch okay. Kreativität braucht Pausen. Sie lebt nicht von Druck, sondern von Freiräumen, vom Atmen, vom Nicht-Müssen.
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Beitragsbild: erstellt mit Unterstützung von KI (recraft.ai)